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Probefahrt BMW 125i

Ich wollte schon seit längerem mal einige Autos probefahren dazu gehören u.a. der 135i sowie der 335i. Diese Woche habe ich mich deshalb mal bei meinem lokalen BMW-Händler umgesehen. Ein 135i war leider nicht zu bekommen. Dafür stand ein 125i Cabrio von 2010 bereit. Nun ja, um ein Gefühl für den 1er zu bekommen reicht das erstmal aus, dachte ich mir. Also den Telefonhörer geschnappt und direkt mal angerufen. Ich hatte Glück, denn das Fahrzeug war für eine Probefahrt verfügbar und noch nicht verkauft. Also habe ich einen Termin für eine Probefahrt vereinbart.

Probefahrt 125i

Der 125i, stand in weißer Farbe und mit offenem Verdeck bereits vor der Filiale. Der Innenraum gestaltete sich, wie von BMW gewohnt, sehr clean und sauber designed. Das der 1er eine abgespeckte Version vom 3er sein sollte, viel mir nicht negativ auf. Die Verarbeitung der Mittelkonsole sowie der Armaturen machten einen ordentlichen Eindruck. Der Platz vorne ist vollkommen in Ordnung wenn auch subjektiv etwas weniger als beim größeren 3er.

Der Sound aus dem Auspuff beim Anlassen war vielversprechend und nicht gerade das, was ich bei diesem Motor erwartet hätte. Der Motor war übrigens ein 6-Zylinder, 218 PS bei 3 Liter Hubraum. Es erstaunte mich wie tief und laut der Motor im Stand vor sich hin grollte. Das dürfte aber auch daran liegen, dass das Verdeck offen war. Beim Losfahren beruhigte sich der Motor ziemlich schnell und regelte sich auf ein normales Maß herunter.

Das erste Stück meiner Strecke sollte ein kurzes Stück Autobahn sein, um Sprintverhalten sowie Langstreckentauglichkeit zu testen. Die Auffahrt auf die Autobahn empfand ich als durchaus sportlich. Es hat mich aber nicht vom Hocker gerissen. Gerade im unteren Drehzahlbereich wirkte der 6-Zylinder öfters mal müde, bei höheren Drehzahlen ist der Durchzug (270 Nm) durchaus in Ordnung. Was die Langstreckentauglichkeit angeht, so ist es bei offenem Verdeck natürlich etwas mühsam auf der Autobahn. Etwas besser wird das, wenn das Windschott eingesetzt wird. Mit Windschott zieht es nur noch moderat, mehrere hundert Kilometer auf der Autobahn möchte ich trotzdem nicht unbedingt mit offenem Verdeck fahren müssen. Bei geschlossenem Verdeck hingegen, ist das Reisegefühl angenehm und ich war überrascht wie wenig Windgeräusche ins Innere dringen, das hab ich schon ganz anders erlebt.

Danach ging es auf eine kurvigere Landstraße, um den wirklichen Spaßfaktor einschätzen zu können. Beim Motor war hier das gleiche Verhalten zu beobachten. Mein Probefahrzeug war mit Automatik ausgestattet. Dort gibt es auch einen Sport-Modus. In diesem Modus schaltet die Automatik extrem sportlich und lässt das Drehmoment quasi gar nicht mehr unter 4000er Marke fallen. Das ist zwar gut für die Sportlichkeit, der ohnehin nicht so sparsame Motor treibt den Verbrauch jedoch gnadenlos in die Höhe. Für ein normales Fahren ist der Sport-Modus damit, aus meiner Sicht, eigentlich nicht zu gebrauchen. Der 125i war außerdem noch mit einem M-Lenkrad sowie Schaltwippen ausgestattet. Das Lenkrad fühlte sich extrem wertig an und lag satt in der Hand. Die Schaltwippen sind ein nettes Spielzeug, und machen Spaß. In der Praxis, weiß ich jedoch nicht genau wie oft sie wirklich zum Einsatz kommen werden. Eine richtige Gangschaltung ist mir da sowieso lieber. Der 125i liegt gut in der Kurve. Die Lenkung reagiert sehr direkt ohne nervös zu wirken.

Kommen wir zu ein paar praktischeren Themen. Klar, das so ein Cabrio kein Alltagsauto ist, aber dennoch kann man ja mal ein paar Dinge ansprechen. Zum einen wäre da der Platz im Fond. Auf den hinteren Sitzen ist extrem wenig Platz. Man klebt quasi direkt am Vordermann. Was dann noch erschwerend hinzukommt ist die Form der Karosserie. Durch das Verdeck bedingt, ist eine runde Form in Richtung des Kofferraums. Das macht es extrem unangenehm hinten zu sitzen, weil die Schulter in Richtung Außenkarosserie ein wenig eingedrückt wird, was ein ziemlich unangenehmes Gefühl ist.

Der Kofferraum ist ziemlich klein mit 265 l. Dort passen wirklich nur kleine, flache Koffer hinein und davon, wenn man Glück hat, zwei. Ob das Verdeck oben oder unten ist, spielt dabei übrigens keine Rolle. Zum Verdeck gibt es noch zu sagen, dass es sich nicht um Stoffverdeck handelt. Dafür lässt es sich in 25 Sekunden öffnen oder schließen. Dies geht auch bei langsamer Fahrt. Außerdem negativ ist mir die Rundumsicht bei geschlossenem Verdeck aufgefallen. Gerade die Sicht nach hinten, ist eigentlich nicht vorhanden. Das Fenster ist so klein das sich nur mit großer Mühe etwas erkennen lässt. Was die Sicht nach hinten/schräg unten angeht ist alles verloren.

Fazit

Der 125i ist ein schönes Auto, was meistens Spaß macht. Gerade wenn es, wie gestern, um die 30 Grad bei wolkenlosem Himmel sind, macht es Spaß mit offenem Verdeck durch die Gegend zu cruisen. Der Motor grollt böse und ist bei höheren Drehzahlen auch spritzig. Bei niedrigeren Drehzahlen könnte es ruhig etwas mehr sein. Der Verbauch ist für mein Empfinden viel zu hoch. 12 l in der Stadt und 10 l auf der Landstraße sind, gemessen an den Fahrleistungen, zu hoch. Für längere Reisen und für Einkaufstouren in der Stadt ist der 125i, aufgrund vom kleinen Kofferraum und der schlechten Rundumsicht auch weniger geeignet. Wofür er sich hingegen bestens eignet ist die Fahrt auf der Landstraße, hier kann der 125i sein volles Potential ausschöpfen.

Obwohl ein gutes Auto, für mich ist der 125i leider nichts. Der Motor hat mich nicht zu 100% überzeugt. Außerdem gefallen mir die aufgezählten Kleinigkeiten, wie der Kofferraum oder das Stoffdach nicht. Ein 135i wäre wohl nochmal eine Probefahrt wert, dieses Auto ist in meiner näheren Umgebung jedoch bisher nicht zu finden.

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