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Probefahrt Porsche Cayman

Nachdem ich in letzter Zeit ein neues Hobby entdeckt habe (Probefahren), gibt es auch diesmal wieder einen Bericht zu meiner letzten Fahrt. Diesmal ging es zum Händler mit dem Pferdchen im Emblem.

Der Termin war für Samstag 9.00 Uhr ausgemacht. Wir war pünktlich vor Ort, nur der Verkäufer ließ sich nicht blicken. Nach ca. 45 Minuten des Wartens konnte uns dann ein anderer Verkäufer weiterhelfen und holte den Wagen vom Parkplatz. Der Verkäufer mit dem der Termin ausgemacht war, war immer noch nicht vor Ort. Nicht gerade die beste Art um einen potentiellen Kunden von sich zu überzeugen und einen guten Eindruck zu hinterlasssen.

Probefahrt Cayman

Als der Wagen dann zur Probefahrt bereit stand, war ich zufrieden und freute mich auf die anstehende Fahrt. Der Innenraum vom Cayman wirkt sehr aufgeräumt. Praktisch alle Funktionen sind über Kippschalter gelöst, anstatt wie sonst üblich, die Funktionalität mit Knöpfen und Rädchen gemischt zu bedienen. Die Klimaautomatik wird zum Beispiel mit einem Knöpfchen kälter oder wärmer eingestellt. Der Bildschirm des Navigationssystems ist meiner Meinung nach etwas zu tief angebracht. Es befindet sich noch unter dem Radio, was beim Blick auf die Karte von der Strasse ablenkt. Hier hätte man sich an den Systemen von BMW oder Daimler anlehnen sollen, welche sich in der Nähe der Windschutzscheibe befinden.

Die Sitze sind, typisch Sportwagen, sehr tief angeordnet. Einerseits gut, weil damit der Kontakt zur Strasse enger wird, andererseits macht es auch das Ein- und Aussteigen beschwerlich. Im Testwagen waren übrigens Sportsitze eingebaut. Diese haben eine guten Seitenhalt und waren sehr bequem. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass darin auch längere Fahrten kein Problem wären. Der Vergleich zu den normalen Sitzen fehlt leider, ich gehe aber davon aus, dass diese nicht wesentlich schlechter sind.

Nach kurzer Eingewöhnungsphase ging es dann auch schon los und der Motor wurde gestartet. Die Soundkulisse im Stand hält sich im Innenraum in Grenzen. Es ist zwar zu hören, dass ein kraftvoller Motor aus den Endrohren bläst, allerdings ist das im Innenraum kaum zu hören. Erst, wenn das Fenster geöffnet wird und sich die Drehzahl in die Höhe schraubt, wird einem die wahre Soundkulisse zuteil. Diese ist dann durchaus recht ordentlich: Bissig und laut präsentiert sich der Motor von außen. Gerade wenn man den Motor auf Touren bringt, gibt der Motor einen guten Sound ab, ein echter Sportmotor eben.

Hier gibts eine kleine

Die ersten Meter im Porsche waren einzigartig. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie fühlt sich ein Porsche anders an, als man es von anderen Fahrzeugen kennt. Ich hatte gleich ein Lächeln im Gesicht und ein gutes Gefühl im Bauch. Das muss wohl der Porsche Mythos sein. Gerade wenn man auf das Gas tritt und den Motor hinter sich aufheulen hört, kommt man gar nicht mehr aus dem Grinsen raus. Da der Cayman einen Mittelmotor besitzt und dieser quasi direkt hinter den Sitzen platziert ist, hat man einen guten Kontakt zum Motor. Prinzipiell ist es im Innenraum sehr leise, fast wie in einer Mittelklasse Limousine, beim beherzten Tritt aufs Gaspedal jedoch, macht sich der Motor hinter einem bemerkbar. Das ist ein ziemlich cooles Gefühl und bei einem Sportwagen soll es ja auch genauso sein.

In der Nähe vom Porsche Zentrum gab es ein gutes Stück Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. Also wurde diese auch gleich als erste Teststrecke benutzt. Der Durchzug vom Cayman ist sehr gut, der Motor bringt 265 Pferdchen mit sich, sowie 300 Nm Drehmoment. Die Performance ist damit in etwa die gleiche wie die vom BMW 335i. Sprich, rockt wie Sau. Die Fahrt auf der Autobahnauffahrt kann man ganz entspannt angehen, da man sowieso schneller ist als (fast) alles auf der Autobahn. Erschreckend schnell waren die 200 km/h erreicht. Noch erschreckender man merkt es kaum. Erstens lässt sich die 200er Marke ohne Probleme erreichen und zweitens fühlt es sich überhaupt nicht so an. Ich fühlte mich sehr sicher im Porsche und hatte bei 200 km/h das Gefühl, ich würde mit 120 km/h auf der Autobahn fahren. Das Fahren war, auch bei so einer hohen Geschwindigkeit, sehr angenehm. Es waren kaum Windgeräusche zu hören. Der Wagen blieb stabil in der Spur und lag wie ein Brett auf der Strasse. Der Heckspoiler vom Cayman wird übrigens automatisch bei 120 km/h ausgefahren, lässt sich aber optional auch per Tastendruck bei niedrigeren Geschwindigkeiten ausfahren. Aufgrund der angenehm entspannten Fahrweise und der sehr bequemen Sitze könnte ich mir vorstellen, auch längere Reisen im Porsche vorzunehmen.

Nachdem die Autobahn ausgiebig getestet wurde, kam die Landstraße zum Zug. Auch hier konnte der Cayman überzeugen. Die Beschleunigung ist der Hammer und die Gänge sind sehr schön übersetzt (im 4ten Gang bis 200 km/h) was dem Fahrspaß zu Gute kommt. Ich hatte die Möglichkeit eine kurvige Landstraße zu fahren. Auch hier liegt der Wagen wie ein Brett auf der Strasse, ich konnte keine Neigung zum Über- oder Untersteuern feststellen. Das ESP greift ein, wenn es doch einmal zu viel des Guten sein sollte. Die Lenkung präsentierte sich äußerst präzise, ein einmal eingeschlagener Kurs wurde nicht wieder freiwillig verlassen und somit ließ sich äußerst schön durch die Kurven navigieren. Wie es sich für einen richtigen Sportwagen gehört, machte die Landstraße unglaublich viel Spaß.

In der Stadt hatte ich ein bisschen Probleme mich an die erlaubten 50 km/h zu halten. Ein Tritt aufs Gas und die 50er Marke ist schon fast überschritten. Dazu kommt, dass der Tacho eigentlich nur 50er Schritte anzeigt. Die erste Zahl auf dem Tacho ist daher schon die 50. Der Bordcomputer kann einem aber helfen, ein bisschen besser auf das Tempo zu achten. Beispielsweise lässt sich einstellen, dass man bei Überschreitung einer eingestellten Geschwindigkeit akustisch gewarnt wird. Ich habe das in der Stadt für 50 km/h ausprobiert und es hat gut funktioniert. Was ich auch noch gut fand, war das im Kombiinstrument die Geschwindigkeit digital angezeigt wird. Normalerweise bevorzuge ich analoge Anzeigen in Fahrzeugen. Da der Tacho allerdings so grob skaliert ist, fand ich es angenehm die Geschwindigkeit auch noch digital sehen zu können.

Jetzt noch zu den eher praktischeren Sachen. Ich war erstaunt, wie groß die Kofferräume sind. Kofferräume? Ja, denn durch den Mittelmotor hat man zwei Kofferräume zur Verfügung. Einmal den von Porsche gewohnten Kofferraum vorne unter der Motorhaube und dann noch einen hinten. Der Kofferraum hinten ist nicht sehr tief, dafür gibt es aber ein Haltenetz und es kann im Prinzip bis unter das Dach gestapelt werden. Vorne präsentiert sich der Kofferraum recht großzügig für einen Sportwagen. Dort hat ein großer Koffer ohne Probleme Platz. Das gesamte Kofferraumvolumen beträgt übrigens 410 l, was ein ziemlich ordentlicher Wert ist, wenn man bedenkt dass in einen 3er BMW auch nur 440 l rein passen.

Fazit

Der Porsche Cayman ist ein Wahnsinns Auto. Ich glaube jeder der schon einmal einen Porsche gefahren ist, wird mir beipflichten wenn ich sage, dass Porsche zu fahren etwas ganz Besonderes ist. So präsentierte sich der Cayman auch für mich quasi ohne Schwächen. Sicher, der Verbrauch von 11,5 l Super Plus auf meiner Probefahrt ist kein Pappenstiel, aber Hey: Es ist ein Sportwagen. Dafür passte sonst alles. Der Motor reicht für so ziemlich alles, der Wagen liegt wie eine Eins auf der Straße und der Komfort ist erstaunlich hoch, womit auch längere Strecken fahrbar werden.

Alles in allem ist der Cayman einfach ein klasse Auto, das sich sehr gut fahren lässt. Ich schwelge in Erinnerungen und denke mit Wehmut an die Fahrt zurück.

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1 Comment

  • Macht saumäßig Laune, nicht? 😉 Wenn da nur das Preisschild nicht wäre…

    Du musst mal ‘nen 911er Probe fahren. Der zaubert noch mehr Grinsen aufs Gesicht, allerdings hast Du da auch ständig den Sensenmann im Kreuz. Der übersteuert nämlich sehr gerne, wenn Du mal ordentlich aufs Gas drückst in der Kurve. Trotzdem total geil. 😉

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